Moment, ich googel das mal schnell! Erfolgsgeschichte eines IT- Giganten

16.11.2011 15:37 0

 

Ob Limbus, Gravitationsbeschleunigung oder Phraseographie- seit wir über das Internet verfügen, ist Wissen in hohem Maße und großer Geschwindigkeit greifbar. Immer und überall. Bereits 2002 nominierte die „American Dialect Society“ das Verb „to google“ als das nützlichste Wort des Jahres und schon zwei Jahre später wurde es in den Duden aufgenommen. Dort wird „googeln“ ausdrücklich im Zusammenhang mit der Nutzung der Suchmaschine Google definiert, wobei das Verb im Volksmund schon lange als Synonym für die gesamte Suche im Internet gilt. Diese Verallgemeinerung ist einerseits eine große Ehre für Google, stellt andererseits jedoch auch eine Gefahr dar, weil das Unternehmen damit riskiert, seinen Anspruch auf „Google“ als eingetragenes Warenzeichen zu verlieren. Denn klar ist, dass sich der Begriff immer tiefer in unseren persönlichen Alltag eingräbt. "Googeln" ist das Wort des gesamten letzten Jahrzehnts. Die American Dialect Society wählte das Verb "to google" aus zahlreichen Vorschlägen aus, darunter auch "9/11", "green", "blog" und "war on terror".



Der Erfolg von Google sucht also seinesgleichen. Gegründet wurde das Unternehmen am 4. September 1998 von Larry Page und Sergei Brin. Noch am selben Tag brachten sie eine erste Testversion des Programms auf den Markt und im selben Jahr ging die Suchmaschine offiziell ans Netz. Heute macht die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen jährlichen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar und hatte 2010 mit 80 % einen marktbeherrschenden Anteil an allen Suchanfragen im Internet. Nach Apple ist Google damit mit einem Wert von 111.5 Milliarden US-Dollar die zweitteuerste Marke der Welt.


Google als Alleskönner


Neben der Websuche nach Texten, Bildern und Videos ist die Google Incorporated auch durch eine Vielzahl an Internetdienstleistungen bekannt geworden. So übernahm das kalifornische Unternehmen im Laufe der Jahre zahlreiche Konzerne- beispielsweise 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut und ermöglicht den Nutzern beispielsweise mit dem E-Mail-Anbieter Google Mail eine übersichtliche Möglichkeit dWeltkugelen eigenen E-Mail-Verkehr zu regeln und mit dem Dienst Google Street View einen Einblick in fremde und bekannte Straßenzüge. Google Earth und Ocean verfügen ferner über ein digitales Höhenmodell der Erde und bieten eine dreidimensionale Darstellung der Erdoberfläche und der Weltmeere.

Gerade solche Zusatzdienste sind es, die den Erfolg des IT-Giganten ausmachen. Dank dem übersichtlichen und damit benutzerfreundlichen Design der Google-Suche findet der Nutzer die erwünschten Informationen schneller, einfacher und zuverlässiger. Doch Google ist längst weit mehr als ein Suchmaschinenanbieter und das Universum seiner größtenteils werbefinanzierten kostenlosen Dienstleistungen wird von Jahr zu Jahr größer.

 

 


Google Kalender und Google Reader- Produkte, die den Alltag erleichtern?!


Noch vor einem halben Jahrhundert war der Begriff „Stress“ weitgehend unbekannt. Sein Siegeszug begann erst in den vergangenen Jahrzehnten. Heute ist „Stress“ ein Alltagsphänomen und laut Weltgesundheitsorganisation die Zivilisationskrankheit des 21. Jahrhunderts. Genau hier setzt Google an und versucht mit seinen Internetdienstleistungen die Belastungen im Alltag und im Berufsleben zu mindern. So bietet der Google Kalender Nutzern die Möglichkeit auch unterwegs auf ihre Termine zuzugreifen und diese an Freunde, Familie und Kollegen weiterzugeben. Auch Terminerinnerungen per E-Mail und SMS sowie das Versenden von Einladungen ermöglicht der Kalender als zentrales Planungswerkzeug. Um den Online-Dienst noch übersichtlicher und benutzerfreundlicher zu machen, wurde ihm im Sommer 2011 ein neues Design verpasst und einige Funktionen neu angeordnet. Die "Print"- und "Refresh"-Links sind nun auch als Symbole nutzbar und das "Quick Add"-Symbol befindet sich neuerdings unter dem "Create"-Symbol. Außerdem erscheint dem Anwender eine Symbolanzeige, sobald er die Maus über eine eingetragene Veranstaltung im Kalender bewegt. Diese Neuerungen sind aus Usability-Sicht sinnvoll und passen den Dienst noch besser an die Bedürfnisse der Nutzer an. Google will so den Schwerpunkt wieder auf die Kernfunktionen des Kalenders legen und eine Überladung durch zu viele Informationen verhindern.

Kalender1


Auch der Online-Dienst Google Reader wurde Änderungen unterzogen. Der Konzern hat damit seine Ankündigung wahr gemacht und den Google Reader an das Design von Google+ angepasst. Der webbasierte Feedreader kommt mit der neuen Optik ein gutes Stück moderner daher und bietet ansonsten weiterhin die Möglichkeit, aus favorisierten Nachrichten verschiedener Quellen einen eigenen Feed für andere Leser zu erzeugen. Damit zeigt der Google Reader die bevorzugten Websites des Nutzers zentral auf einer Seite an und wird so zu einem personalisierten Posteingang für das gesamte Web. Doch die neue Version hat aus unserer Sicht auch Nachteile. So fehlt neuerdings die Möglichkeit Beiträge mit anderen Google Reader Nutzern zu teilen. Diese Empfehlungsfunktion war für viele User der eigentliche Grund für die Nutzung des Google Readers. An die Stelle des Empfehlungsbuttons ist jetzt ein +1-Button gerückt, mit dem sich Beiträge öffentliEmpfehlen1ch oder mit ausgewählten Kreisen teilen lassen. Ziel der Neugestaltung ist es offensichtlich, den Reader besser mit dem sozialem Netzwerk Google+ zu verzahnen und damit einen sanften aber stetigen Druck auf Google-Reader-Nutzer auszuüben, das neue Social Network einzusetzen.


Google mischt auf vielen Märkten mit


Für manche ist es eine Frage des Glaubens, für andere einfach nur eine Frage des Komforts: Welcher Internet-Browser ist die richtige Wahl? Nach jahrelanger Vorherrschaft von Microsofts Internet Explorer haben alternative Browser bedeutende Marktanteile erobert. Der Trend: minimalistische Oberflächen nach dem Vorbild von Google Chrome. Der Suchmaschinenspezialist hat den Marktanteil seines Browsers im Verlauf des Jahres 2010 auf mehr als zehn Prozent ausgebaut und bringt in kurzen Abständen neue und verbesserte Versionen des Browsers heraus. Aktuell vereinfacht die Version 15 die Installation von Apps aus dem Chrome Web Store. Den Seitenbetreibern ist es nun möglich, mit einem Link direkt einen Download im Store zu starten. Darüber hinaus bietet der Browser einen PDF-Viewer, eine Übersetzungsfunktion für Webseiten, sowie ein Flash-Plugin und ist für alle gängigen Betriebssysteme geeignet. Nach Unternehmensangaben wurden auch einige Sicherheitslücken gestopft. Denn schon zum Start von Chrome wurde dem Unternehmen vorgeworfen, der Browser spioniere die Nutzer aus. Und tatsächlich bietet er zahlreiche Funktionen, die das Surfen zwar erleichtern, dabei aber Daten zu Google-Servern senden. Hierzu zählt beispielsweise die Direktvervollständigung in der Adresszeile, die bei der Eingabe hilft. Solche Funktionen lassen sich in den Einstellungen jedoch unter Details/Datenschutz abschalten.


Auch im Mobilfunkmarkt ist Google schon vor Jahren ein großer Erfolg geglückt. Im Sommer 2005 kaufte der Konzern das im Herbst 2003 von Andy Rubin gegründete Unternehmen Android. Zwei Jahre später gab Google dann bekannt, gemeinsam mit 33 anderen Mitgliedern der Open Handset Alliance ein Mobiltelefon-Betriebssystem namens Android zu entwickeln, dass seit dem 21. Oktober 2008 offiziell verfügbar ist. In kürzester Zeit konnte sich das offene Mobilfunkbetriebssystem bei etlichen Herstellern von Smartphones durchsetzen und schon im ersten Quartal 2010 wurden in den USA erstmals mehr Android-Mobiltelefone als iPhones verkauft. Allein im Mai 2010 wurden 400.000 Smartphones dieser Art ausgeliefert. Durch die Entscheidung von Google, Android Herstellern von Endgeräten kostenlos zur Verfügung zu stellen, wird die Verbreitung des Betriebssystem weiter gesteigert. Vor allem der hohe Anteil an kostenlosen Applikationen macht den Android Market für die Nutzer attraktiv. Damit sind Android-Smartphones der stärkste Konkurrent von Apples iPhone.


Fazit


Mit Google+ wurde ein neues Design eingeführt, das nach und nach auch alle anderen Google-Produkte erhalten. Dabei denkt das Unternehmen nicht nur an eine optische Anpassung, sondern vor allem an die Usability seiner Produkte: "Wir arbeiten an einer Reihe von Updates für die Benutzeroberfläche und wollen Gmail ebenso schön wie leistungsstark machen", so Google über die Veränderungen im Design. "Google ist bemüht, die Benutzerfreundlichkeit aller Produkte fokussierter, flexibler und müheloser zu machen."


Die Liste an Dienstleistungen und Services wird immer länger und weiterhin lautet der Leitspruch des Unternehmens „ Don't be evil“. Trotzdem gibt es berechtigte Kritiken an dem globalen Informationssammelnetzwerk, welches Google in den letzten 10 Jahren etablierte. Denn auch ein florierendes Unternehmen wie Google ist abhängig von den Nutzern des Internets. Deshalb muss es darauf achten, dass auch in Zukunft die Vorzüge und Usability seiner Produkte im Vordergrund stehen und diese nicht von den Ängsten vor einem Konzern, der immer mehr in unsere Privatsphäre eindringt, verdrängt werden. In diesem Sinne „Don’t be evil!