Der Werbemarkt in Deutschland ist in Bewegung und das Internet gewinnt dabei immer mehr an Gewicht. Nach einer Erhebung des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V. wird die Bedeutung des Online-Werbemarktes rapide weiter steigen. Aufgrund diesen Trends sieht Mathias Leven, Mitgeschäftsführer der AdWords Agentur Mertes & Leven Profit Elements, in der Online Werbung große Chancen für Unternehmen, Kunden kostengünstig und effektiv zu binden und darüber hinaus Neukunden zu gewinnen. Dazu beschreibt Leven die Möglichkeiten der Werbung im Internet wie folgt: „Das Internet ermöglicht es Unternehmen zielgenau und nahezu ohne Streuverluste ihre Zielgruppen zu erreichen, und das zu Kosten, die weit unter denen der TV- oder Anzeigenwerbung liegen.“
Gerade in den letzten Monaten nimmt in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung des Facebookmarketings zu und etabliert sich über Branchen und Länder hinweg. Es nutzt die Möglichkeiten des größten sozialen Netzwerks und setzt sie als Werkzeug für die Unternehmenskommunikation und das Reputations-Management ein.
Die Fanpage als Dreh- und Angelpunkt
Obwohl Facebook, im Gegensatz zu Xing, hauptsächlich eine Community für private Kontakte ist, kann ein Unternehmen das soziale Netzwerk für Marketingzwecke nutzen. Denn wenn dort Millionen Nutzer aktiv sind, dann auch Entscheider, Entscheidungsvorbereiter und Multiplikatoren der entsprechenden Zielgruppe. Facebookmarketing erzeugt dabei Fans und stärkt die Kundenbindung durch gezielte Werbung und Fanpage-Optimierung. Letztere bietet die Chance, in einen dauerhaften Dialog mit seinen Fans, Kunden oder Unterstützern zu treten. Auf Facebook Pages können Unternehmen Statusmeldungen – beispielsweise zu Unternehmensnews, Produkten oder Services –, Notizen, Links, Fotos und Videos einstellen.

Aus Unternehmensperspektive gehört eine eigene Präsenz auf Facebook heute schon fast zum guten Ton, doch sie bringt auch eine gewisse Verantwortung und Arbeitsaufwand mit sich.Wird ein Facebook Nutzer zum Fan einer Page, interessiert er sich für Neuigkeiten rund um das Unternehmen. Dieses muss die Seite einrichten, gestalten, betreiben und dabei immer darauf achten, den Nutzer ausschließlich mit Inhalten versorgen, die für ihn relevant sind. Denn Fans von Facebook-Fanpages können einer Marke schnell abhanden kommen. So gab in einer Umfrage von DBB Paris fast die Hälfte der Befragten an, dass sie früher oder später "Gefällt mir nicht mehr" klicken, weil die Marke sie nicht länger interessiert. Auch zu viel oder zu wenig Information sowie das Ende einer Kampagne können das vorzeitige Aus bedeuten. Mit der Fanpage hat Facebook folglich ein sehr mächtiges Tool für Unternehmen geschaffen und es liegt an den Betreibern, diese effektiv zu nutzen und so mit den mehreren hundert Millionen Nutzern des Social Networks zu kommunizieren.
Erfolgreich ist, wer Aufmerksamkeit gewinnt?
Schätzungen zufolge existieren derzeit mehr als 3 Millionen Fanpages auf Facebook. Jeden Tag werden rund 20 Millionen Menschen Anhänger einer solchen Unternehmenspräsenz. Schnell könnte man dabei zu dem Schluss kommen, dass schon die bloße Zahl der Fans als Gradmesser für erfolgreiche Facebook Kommunikation gelten kann. Einer Studie von Anna Brocke und Alexander Faust zufolge (erschienen in: i-com, einer Zeitschrift für interaktive und kooperative Medien) zählt jedoch nicht die absolute Zahl der Fans, sondern der Anteil der Fans, die sich im sozialen Netzwerk tatsächlich aktiv beteiligen. Deren Anteil liegt durchschnittlich zwischen 1 und 3%. Interessant ist, dass sich Anhänger gemeinnütziger Organisatione
n weit stärker einbringen. Hier liegt der Anteil der Unique Active Users bei bis zu 25%. Generell stoßen Fanpages gerade dann einen Dialog an, wenn die zugeordneten Produkte sich an den Endverbraucher richten, einen hohen Bekanntheitsgrad haben und leicht verständlich sind.
Google+ Business Pages vs. Facebook-Pages
Social Media Marketing hat die Zielsetzung, das soziale Netzwerk für Unternehmen nutzbar zu machen und den direkten Kundendialog zu fördern. Und auch in diesem Bereich kommt Google dem Konkurrenten Facebook seit Anfang November ein Stückchen näher: Egal ob lokales Geschäft, Webseiten und Blogs, Produkte, Marken, Unternehmen, Vereine, Initiativen – Auch Google öffnet sein soziales Netzwerk der großen weiten Businesswelt. Zunächst lässt sich feststellen, dass sich die Business-Seiten der zwei Netzwerke visuell nicht deutlich unterscheiden. Galerien, Profilbilder, Fanzahl und Reiter für die Pinnwand sind bei beiden Seiten vorhanden und auch in der Farbgestaltung übereinstimmend. Während jedoch Facebook die Reihenfolge der Fotos im Fotobanner vorgibt, kann diese bei Google+ beliebig verändert werden. Das soziale Netzwerk bietet den Unternehmen also die Möglichkeit durch Kreativität aufzufallen. Was sich bisher abzeichnet ist, dass auf Google+ Seiten mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden, während auf Facebook die Interaktion mit der Community im Fokus steht. Vielleicht ist es ja genau diese Aufgabenteilung, die die parallele Existenz der Seiten legitimieren könnte und der neuen Plattform eine Nische im Marketing-Mix jeder Firma bietet.
Was meinen Sie? Ist die Fanpage auf Google+ eine sinnvolle Ergänzung zu der bereits etablierten Unternehmenspräsenz auf Facebook? Macht Google damit ein wenig Boden gegenüber Facebook gut? Oder ist diese Neuerung nicht weiter als eine platte Imitation? Zögern Sie nicht, uns Ihre Meinung in Kommentaren mitzuteilen.